Einladung zum Podium

„For What Noble Cause?“
"Für welche ehrenvolle Sache?"

Deutsche und US-amerikanische Zeugnisse über den Krieg gegen den Irak  mit Ikram Al Moien, Florian Pfaff, Cindy Sheehan

 und Benjamin Hart Viges

Am 15. März 2006 um 19.30 Uhr

findet eine Anhörung von persönlich betroffenen Zeugen der Verbrechen im Irak-Krieg  statt. Sie werden über eigene Erlebnisse berichten und ihre Fragen an die Kriegsführung stellen. Zu Gast sind:

 

Ikram Al Moien deutscher Staatsbürger irakischer Herkunft, der 2005 zusammen mit zwei seiner Kinder schwere unheilbare Verletzungen erlitten hat, als bei einem Familienbesuch im Irak US-Soldaten auf das Familienauto geschossen haben. Obwohl die deutsche Behörden versuchten, die Familie Al Moien zum schweigen zu bringen, haben sie durch den Anwalt Wolfgang Kaleck Klage gegen die US-Armee eingereicht.

Major Florian Pfaff verweigerte im Frühjahr 2003 die Ausführung gesetzwidriger Befehle,  speziell Software der Bundeswehr zu liefern. Als Grund gab er an, dass diese durch die US-Armee für den illegalen Krieg auf Irak benützt werden könnte.  Da er deswegen von der Bundeswehr degradiert wurde, klagte Major Pfaff vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.  Das Gericht gab ihm Recht und erklärte, dass der Krieg illegal ist und auch die deutsche Beihilfe gegen die Verfassung verstößt. 

 Cindy Sheehan, US-amerikanische Mutter aus Kalifornien, die sich im August 2005 am Strassenrand vor dem Ferienranch von George W. Bush in Texas niederließ und weigerte, ihren Platz dort zu verlassen, bis der Präsident sich mit ihr trifft und die Frage beantwortet, für welch „edle Sache“ („noble cause,“ laut Bush) ihr Sohn 2004 in dem Irak gestorben sei.  Dadurch hat sie der US-Friedensbewegung einen wichtigen Anstoß gegeben. 10.000 Menschen reisten zum Dorf Crawford um sich am „Camp Casey“ zu beteiligen.

Benjamin Hart Viges meldete sich wie viele junge AmerikanerInnen gleich nach dem 11. September zum Dienst in den US-Streitkräften um sein Land zu retten und hat mit der 82. Airborne Armee-Einheit Bagdad eingenommen.  Jedoch, nachdem er - eigenen Angabe zufolge - unzählige Irakis getötet hatte, bekam er Befehle, Autos mit ZivilistInnen und Kindern zu beschießen. Daraufhin hat er erfolgreich aus Gewissensgründen einen Antrag als Kriegsdienstverweigerer  gestellt. Er arbeitet jetzt als Kellner in Texas und als Aktivist für SoldatInnen, die versuchen, die psychologischen Schäden dieses blutigen Krieges zu überwinden.

Die Anhörung dieser Zeugen erfolgt zuvor im Europaparlament in Straßburg, als Gast bei Friedensbewegten in Aachen, in Ramstein/Landstuhl, Paris und in Berlin.

Ort der Anhörung in Berlin:

St. Bartholomäuskirche, 10249, Friedenstr. 1/Ecke Otto-Braun-Straße

(Nähe Märchenbrunnen und Haus der Demokratie)

S- und U-Bahn Alexanderplatz, Bus 100, 200, 240 Tram M 4 und weitere