UN beschließen historisches Abkommen 7. Juli 2017 122 Staaten haben am Freitagmorgen bei den Vereinten Nationen in New York einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen verabschiedet. Nach Jahrzehnten stockender Abrüstung senden sie eine klare Botschaft an die Atomwaffenstaaten... mehr

IFFF/WILPF

Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit ist eine internationale Nichtregierungsorganisation mit nationalen Sektionen in über 40 Ländern und allen Kontinenten dieser Welt. Die IFFF/WILPF besitzt Beraterstatus* bei verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen (UN) mit einem internationalen Büro in Genf und einem New Yorker Büro, das sich vor allem der Arbeit der UN widmet.

WILPF ist die älteste Frauen-Friedensorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung mitten im ersten Weltkrieg 1915 in Den Haag richtet sie sich gegen alle Formen von Krieg und Gewalt. Sie war maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen (UN) beteiligt. Die IFFF/WILPF beteiligt sich an internationalen Kongressen und Weltfrauenkonferenzen und setzt sich auf nationaler Ebene für ihre Ziele ein. Mehr über WILPF ›

Aktion Aufschrei

Bundesweite Veranstaltungstermine der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel unter: http://www.aufschrei-waffenhandel.de/Veranstaltungstermine.69.0.html.

Neuigkeiten

26.10. 2006

Arbeitsrechte für Frauen weltweit - Neues Projekt der 'Frauensolidarität'

Die Frauensolidarität, die seit 1982 zum Thema Arbeitsrechte von Frauen arbeitet, hat im Lauf der letzten Jahre beobachtet, dass ein immer größerer Anteil der arbeitenden Bevölkerung weltweit in der informellen Wirtschaft tätig ist, wo jeglicher arbeitsrechtlicher Schutz fehlt. Besonders Frauen sind überproportional und immer stärker von dem Phänomen der Informalisierung betroffen. In einem zweijährigen Projekt will sich die Frauensolidarität deshalb für die Rechte und Sichtbarmachung dieser höchst verwundbaren und unsichtbaren Gruppe der "working poor" einsetzen und deren Selbstorganisation z.B. in Gewerkschaften unterstützen.

Zum Bestellen:
Schwerpunktheft "Informelle Wirtschaft" (Frauensolidarität Nr. 97, Heft 3/06) mit Beiträgen zu Hausarbeit, Heimarbeit und Gewerkschaftsinitiativen in Europa und Asien, zu chinesischen Arbeitsmigrantinnen und zu Solidarökonomie in aller Welt aus feministischer Sicht.
Vierteljährlicher Email-Newsletter im Rahmen des Projekts "Arbeitsrechte für Frauen in der informellen Wirtschaft!". (Bestellung: iwprojekt@frauensolidaritaet.org, T. 01/317 40 20-0)

In den Jahren 2003 bis 2005 hat die Frauensolidarität in einem EU-kofinanzierten Projekt zur Sozialen Verantwortung Multinationaler Unternehmen (CSR - Corporate Social Responsibility) festgestellt, dass so genannte Verhaltenskodizes (Codes of Conduct) von Konzernen unter bestimmten Umständen dazu beitragen können, die Situation von ArbeiterInnen in formellen Arbeitsverhältnissen zu verbessern. Ein immer größer werdender Anteil der arbeitenden Bevölkerung weltweit - und hier vor allem der Frauen - ist jedoch in der informellen Wirtschaft tätig, wo jene Verhaltenskodizes die ArbeiterInnen nicht erreichen. Zwei Drittel der ökonomisch aktiven Frauen arbeiten in der informellen Wirtschaft, in Afrika südlich der Sahara beträgt der Anteil sogar 84% (ICFTU 2004).
Die Frauensolidarität will deshalb zukünftig das Thema Arbeitsrechte von Frauen in der informellen Wirtschaft stärker in den öffentlichen Diskurs einbringen und damit zu einem Prozess beitragen, der soziale Absicherung für die betroffenen Frauen zu realisieren versucht.

Internationaler Handlungsbedarf

Erst in den späten 1990er Jahren haben AktivistInnen, die in der Organisierung informell Arbeitender tätig waren, gemeinsam mit WissenschafterInnen besseres Datenmaterial gesammelt. Die indische Frauengewerkschaft SEWA (Self Employed Women´s Association) und die internationale Vereinigung der Heimarbeiterinnen HomeNet haben statistisches Zahlenmaterial eingesetzt, um für eine internationale Konvention zu Heimarbeiterinnen zu lobbyieren. 1996 wurde die ILO-Konvention Nr.177 zu Heimarbeiterinnen verabschiedet, die jedoch bis dato nur von wenigen Staaten ratifiziert wurde. Die ILO (Internationale Arbeitsorganisation) tritt für ordentliche Beschäftigungsverhältnisse ein, die Arbeitsrechte, soziale Absicherung und gewerkschaftliche Vertretung umfassen - Punkte, die den "working poor" der informellen Wirtschaft verwehrt bleiben. Kennzeichen der Arbeit in der informellen Wirtschaft sind geringes und unregelmäßiges Einkommen, fehlende Arbeitsverträge und Lohnvereinbarungen, lange Arbeitszeiten, fehlender Zugang zu Märkten, Finanzen und Ausbildung, fehlender Mutterschafts-, Pensions-, Krankheits- und Unfallschutz. Dementsprechend groß ist der Handlungsbedarf für nationale und lokale Regierungen, die Existenz und Ansprüche der informell Arbeitenden wahrzunehmen und deren wirtschaftliche und soziale Leistungen anzuerkennen.

Solidarisierung mit Frauengewerkschaften im Süden und Osten

Seit langem arbeitet die Frauensolidarität mit Frauenorganisationen im Süden und Osten zusammen, wie z.B. mit SEWA, einer der größten Gewerkschaften in Indien mit über 700.000 weiblichen Mitgliedern, Vertretungen in 10 indischen Bundesstaaten und bis dato rund 90 Kooperativen. Die Kooperativen sowie Produzentinnen- und Spargruppen verleihen den Frauen Verhandlungsstärke, Kaufkraft, Zugang zu Krediten, Ausbildung und Märkten. 80 Prozent der SEWA-Mitglieder leben von Arbeitsmischformen, zB Gemüsehändlerinnen, die zuhause Stickereien für den Verkauf herstellen - gelten diese nun als Straßenhändlerinnen oder als Heimarbeiterinnen? Ela Bhatt, Gründerin von SEWA und Women´s World Banking, schildert als eine der größten Herausforderungen in all den Jahren die Überwindung der Einteilung in Kategorien ("removing conceptual blocks"), vor allem wenn die Arbeiterin in der informellen Wirtschaft für die Bürokratie nicht vorhanden und somit ohne Rechte ist: "The tyranny of having to belong to a well-definded ‚category' has condemned her to having no ‚identity'." Die Frauensolidarität will daher mit dem Projekt die Selbstorganisation der Arbeiterinnen unterstützen und arbeitet dafür kontinuierlich mit Frauenorganisationen aus dem Süden (z.B. Women´s Association/Indien, María Elena Cuadra/Nicaragua, Korean Women Workers Associations United/Korea) und aus dem Osten (Felicitas/Serbien, Women´s Organization Stip/Mazedonien) zusammen.

Projektziel

Über das Projekt soll bei EntscheidungsträgerInnen in Österreich, vor allem aus Politik und Wirtschaft, ein Problembewusstsein zur Informalisierung der Wirtschaft im Süden und auch Osten geschaffen werden. Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll die höchst verwundbare und völlig ungeschützte Gruppe der informellen Arbeiterinnen in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit lenken und Opinion-LeaderInnen sowie MultiplikatorInnen in Medien, Bildung, Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften (mittels Vorträgen, Workshops, Pressearbeit, Email-Newsletter, Produktion einer Broschüre und eines Kalenders) erreichen. Im Rahmen von Lobbyarbeit (z.B. für die Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 177 zu Heimarbeiterinnen) ist ein Besuch einer Vertreterin der Arbeiterinnenbewegung aus dem Süden bzw. Osten geplant, innerhalb dessen Veranstaltungen und Einzelgespräche mit EntscheidungsträgerInnen stattfinden sollen. Anmerkung: Falls Sie den vierteljährlichen Email-Newsletter zum Thema "Arbeitsrechte für Frauen in der informellen Wirtschaft!" bestellen wollen, einen Vortrag zu dem Thema buchen wollen oder sonstige Fragen zum Projekt haben, senden Sie ein Mail an: iwprojekt@frauensolidaritaet.org oder rufen Sie uns unter ++43/1/317 40 20/ 351 an.

http://www.frauensolidaritaet.org/IW/iwkonzept.htm


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