Menu
"Frauenweltmarsch gegen Armut und Gewalt" beim "Weltforum zur Ernährungssouveränität"
Regina-Maria Dackweiler schreibt in Peripherie Nr. 105/106:
Ende Februar 2007 fanden sich in Bamako (Mali) rund 500 Delegierte aus fünf Kontinenten zum "Weltforum zur Ernährungssouveränität" unter dem Namen Nyéléni 2007 zusammen.
Ende Februar 2007 fanden sich in Bamako (Mali) rund 500 Delegierte aus fünf Kontinenten zum "Weltforum zur Ernährungssouveränität" unter dem Namen Nyéléni 2007 zusammen. Sie beabsichtigten, eine globale und kollektive Strategie zu entwickeln, die - unterstützt von allen Ländern der Erde und durch die Vereinten Nationen garantiert - eine gesicherte Nahrungsversorgung der jeweiligen lokalen Bevölkerung realisieren soll. Neben Via Campesina, einer internationalen Bewegung von LandarbeiterInnen, Landlosen- und Indigenenorganisationen, und Le Roppa (Réseau des Organisations Paysannes et des Producteurs de l'Afrique des L'Ouest), gehörte auch das 1998 ins Leben gerufene, transnationale feministische Aktionsnetzwerk "Frauenweltmarsch gegen Armut und Gewalt"(1) zu den OrganisatorInnen von Nyéléni 2007. Das Engagement für das "Weltforum für Ernährungssouveränität" in Mali gilt ihnen als eine weitere, konsequente Aktivität zur Artikulation und Bündnissuche für ihre feministischen Forderungen in vier zentralen Aktionsfeldern. Auf diese richtet der World March of Women (WMW) - so die Koordinatorin des "internationalen Sekretariats", Diane Matte (2006) - seine strategische Planung bis in das Jahr 2010. Diese Aktionsfelder, abgesteckt auf dem sechsten internationalen Treffen des WMW in Lima (Peru) im Sommer 2006, umfassen erstens Frieden und die Demilitarisierung des Planeten; zweitens Gewalt gegen Frauen, die dazu benutzt werde, das Patriarchat aufrechtzuerhalten; drittens Frauenarbeit im formellen wie informellen Sektor und viertens das "Gemeingut" (ebd.). Hierzu gehört für die weltweiten Aktivistinnen des WMW die Forderung der Kontrolle der Naturressourcen (Böden, Wasser, Saatgut), durch jene "die sie erschließen" sowie der "Respekt gegenüber den Rechten der Landarbeiterinnen, dem Recht von Frauen, Boden zu erben, ihrem Zugang zu Krediten, zu Produktionstechniken, Bildung und Ausbildung und der Teilnahme an Entscheidungsprozessen" (Verdière 2006: 3, eigene Übersetzung).
[mehr..]